Letzte Nacht alleine?

Morgen sollen die Jungs endlich nach Hause. Hoffentlich schlafen und essen sie diese Nacht gut und bestehen die abschließende Untersuchung morgen.

Wir sind ziemlich nervös; einerseits halten wir uns für gut vorbereitet, aber andererseits sind wir doch auch sehr unsicher. Aber ganz bestimmt haben wir bereits schon mehr Übung als die meisten Leute, die ihr Baby mit nach Hause nehmen können.

Aber so oder so hoffen wir, dass es dann morgen endlich richtig los geht mit dem Familienleben. Im Krankenhaus fühlen wir uns zwar gut unterstützt und wissen die Kinder in guten Händen, aber auf Dauer ist es eben nervig, dort seine Tage zu verbringen.

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Bring ‚em home!

Fast geschafft! Heute wurde uns gesagt, dass David und Alexander am Freitag mit uns nach Hause könnten! Endlich werden wir Vollzeiteltern.

Seit gestern sind die beiden in einem normalen Bett (also ohne Wärmezufuhr) untergebracht, die Körpertemperatur scheinen sie also halten zu können. Beiden legen eigentlich täglich zu auch wenn das Füttern heute mitunter mal wieder ein K(r)ampf war und haben ihr Geburtsgewicht inzwischen überschritten.

Jetzt gilt es also, noch letzte Vorbereitungen zu treffen; morgen können wir endlich die zweite Hälfte unseres Babybettes abholen, damit wid dann schon mal für einen Schlafplatz gesorgt sein. Dann müssen wir nur noch ein paar schöne Klamotten raussuchen, den zur Heimfahrt werden die zwei dann erstmalig in eigene Kleidung gesteckt (die aber vermutlich, wie etwa 95% ihrer Garderobe, nur von lieben Leuten ausgeliehen ist).

Heute durfte ich noch mal das Baden üben, bin dafür aber meinen Vorlesepflichten nicht nachgekommen; um sie noch ein bisschen mehr an meine Stimme zu gewöhnen, lese ich ihnen gerade „Der Wind in den Weiden“ vor, eines meiner Lieblingsbücher.

Übringens sind die beiden jetzt auch schon echte kleine Staatsbürger mit Geburtsurkunden. Zum Glück ging das ganz ohne Einwanderungstest über die Bühne! Deutsche Geographie können sie schon halbwegs, aber David setzt das Gründungsdateum der BRD immer noch auf 1954 und Alexander verwechselt Otto von Bismarck gerne mal mit Paul Breitner – da hätten sich die beiden also eventuell blamiert.

Und sie bewegen sich auch

Hier ein erster Beweis, dass die beiden nicht nur rumliegen, sondern auch manchmal aktiv werden; in diesem Clip hat Alexander zumindest die Augen offen und einen Schluckauf. David pennt allerdings:

Auch sonst ist viel los. Seit gestern haben wir das Zimmer nicht mehr für uns alleine, die kleine Dila ist bei uns eingezogen. Die ist schon ein wenig älter (etwa 10 Wochen) aber nicht viel größer, denn bei ihrer Geburt wog sie gerade mal 710 Gramm!

Nachdem wir gestern wieder einen schwierigeren Tag hatten, was das Füttern angeht, ging es heute ein bisschen besser. David verrichtet jetzt allerdings regelmäßig sein Geschäft beim Essen, was das ganze noch etwas aufwendiger macht. Irgendwann werden wir wohl doch mal aufs Wickeln nach der Mahlzeit umsteigen müssen.
Jedenfalls haben beide inzwischen ihr Geburtsgewicht wieder erreicht und überschritten, und auch die Gelbsucht scheint ausgestanden zu sein.

Heute habe ich mich zwischendurch noch ein bisschen um unsere Wäsche gekümmert, langsam nimmt der Wahnsinn ein Ende – nämlich dann, wenn alle Babyklamotten gewaschen, trocken, markiert (sind ja hauptsächlich Leihgaben) und einsortiert sind. Jedenfalls ist mir aufgefallen, dass ich ja vor der Geburt der beiden Jungs mir kaum vorstellen konnte, dass irgendjemand einmal die ganzen Sachen tragen wird. Inzwischen bügele ich nur noch große Sachen (68 und größer) und kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass unsere beiden Winzlinge eines Tages da reinpassen werden.

Ein paar neue Bilder gibt es auch wieder:
http://www.flickr.com/gp/8206789@N06/848Y9S

Gute und weniger gute Neuigkeiten

Erst Mal die guten Nachrichten; jetzt habe ich gelesen, dass Kinder im Schnitt nur 6.000 Mal gewickelt werden! Ganz fix haben wir damit 1.000 Vorgänge gespart – so kann’s weitergehen. Statistisch gesehen haben wir auch schon über ein Prozent aller Windelwechsel hinter uns! Das ist einerseits gut, denn Windeln wechseln ist (für uns Neulinge) ziemlich anstrengend. Andererseits ist es auch erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht – Kinder werden ja so schnell groß ;-)

Alexander hat heute hervorragend getrunken, David kommt ohne seine Magensonde nicht aus – die hat er sich zwar (wie auch sein Bruder) zwischendurch mal rausgezogen, aber vor der nächsten Fütterung wurde schon wieder eine neue gelegt.

Nicht ganz so gut ist, dass wir immer noch keine Ahnung haben, wie lange die beiden noch im Krankenhaus bleiben müssen. Nicht, dass wir hier schon total fertig sind mit unseren Vorbereitungen, aber ich bin halt doch jeden Morgen zappelig, bis ich die beiden sehe und Abends traurig, wenn wir wieder gehen. Gestern habe ich die zwei erstmals nur für etwa eine Stunde gesehen, weil ich den Rest des Tages unterwegs war. Das war schon komisch, wird aber leider nicht das letzte Mal gewesen sein; irgendwann (aber erst in ein paar Monaten) muss ich dann auch mal wieder arbeiten.

Gesine hat jetzt wegen ein bisschen Schnupfen zwei Tage lang bei den Kindern einen Mundschutz getragen, aber morgen ist der vielleicht nicht mehr nötig. Ansonsten gab es heute wieder einige kleinere Pannen beim Wickeln (aber nichts wildes), viele lustige Grimassen und es gibt auch wieder neue Fotos: http://www.flickr.com/gp/8206789@N06/848Y9S

PS: über die nächsten Tage werde ich endlich mal die vielen lieben Glückwunsch-E-Mails beantworten und irgendwann bald schicken wir auch noch Karten.

Neues

Erst einmal noch vielen lieben Dank an die ganzen Glückwünsche, die in den letzten Tagen hier eingegangen sind! Wir freuen uns über jeden und werden uns bald auch einzeln bedanken und zurückmelden, aber momentan ist der Alltag noch beherrscht vom ewigen hin und her zwischen zu Hause und der Frühchenstation.

Von dort gibt es zu berichten, dass beiden Zwillinge jetzt eine Magensonde haben, aber nur Alexanders wurde heute benutze; im Prinzip trinken beide gar nicht schlecht. David kriegt noch Lichttherapie wegen seiner Gelbsucht, kommt da aber morgen raus. Heute hatte er etwas größeren Pflegebedarf, was aber wohl meine Schuld ist. Sehr zum Missfallen einiger Anwesender hatte ich (weit weg vom Krankenhaus) darüber sinniert, wie sehr sich junge Eltern doch über die Körperfunktionen ihres Nachwuchses freuen und jede volle Windel als eigentlich gutes Zeichen sehen – ist ja auch so, denn ein funktionierender Verdauungstrakt sorgt hat für einigen Dreck, zeugt aber auch von einer gewissen Grundgesundheit. David danke dafür mit zwei Extraladungen „Groß“ und übertraf alle seine vorigen Pipi-Stunts (erst mal strullern, wenn die neue Windel gerade frisch angelegt wird) mit einer beeindruckenden Fontäne die ihn vom Bauchnabel aufwärts bis zum Scheitel benässte. Da wurde ich dann für meine Pseudoweisheit abgestraft und musste kräftig putzen.

Gestern hatten wir Besuch von Ruth, Guido und Nicolas – der ist jetzt etwa sieben Monate alt und für sein Alter normal groß; als ich ihn aber gesehen habe (nach gar nicht allzu lange Zeit) dachte ich aber doch „Meine Güte, was für ein riesiges Kind!“ – kaum vorstellbar, dass unsere beiden Winzlinge in weniger als einem Jahr wohl auch so proper aussehen.

Eine etwas älter lustige Geschichte zum Beweis meiner eigenen Blödheit muss ich hier auch zum besten geben. Vor ein paar Tagen, diese ganze Babysache war noch recht neu für mich, fragte mich eine der Schwestern auf de Station, ob ich „Stuhl entfernt“ hätte. Mein erster Gedanke war: „Nö, die sind alle noch da, und wieso sollte ich hier überhaupt Stühle entfernen, wir haben doch selber mehr als genug zu Hause!“
Inzwischen entferne ich Stuhl mehrmals täglich und denke dabei nicht mehr an Möbel.

Sonst gibt es wenig neues. Zu Hause ist zumindest das Schlafzimmer soweit fertig, nur auf die zweite Hälfte des Babybettchens warten wir noch. Das Wohnzimmer hingegen versinkt im Wäschechaos, aber morgen ist wieder mindestens eine Maschine dran.

Ganz was anderes: heute morgen ist erstmals ein Vogel bei uns in die Wohnung eingedrungen. Ein kleiner Spatz hatte sich verfolgen und fand von alleine nicht mehr hinaus. Aber mit ein bisschen Hilfe ging es doch ganz schnell.

Nach diesem Antiklimax kann ich nur mit dem Versprechen auf weitere wilde Geschichten vom Leben zu viert schließen. Also bis bald!

Schnelles Update

In der Nacht auf heute hatte sich der Rhythmus der Zwillinge etwas verschoben, so dass sie eigentlich gerade erst gegessen hatten, als wir zur Fütterung kamen; so konnten wir uns heute nur zweimal selber versuchen, mit halbwegs zufriedenstellendem Ergebnis – die Magensonde war heute jedenfalls kein Thema.

Stattdessen liegt David derzeit unter dem blauen Licht, da auch er jetzt doch noch mal ein ganzes bisschen gelber geworden ist. Alexanders Werte hingegen haben sich verbessert. Wegen der Gelbsucht machen wir uns aber eh keine echten Sorgen, diese Symptome sind besonders bei Frühgeburten eher die Regel als die Ausnahme.

Alexander hat heute gebadet (gestern war ja David dran), aber ich habe wenig davon mitbekommen, weil ich David noch ausgiebig füttern und kuscheln musste, bevor er mit der Lichttherapie angefangen hat.

Vorhin hatte ich noch so viel im Kopf, was ich aufschreiben wollte, kann mich jetzt aber an nichts mehr erinnern. Kinder machen müde, auch wenn man sie nur halbtags betreut. Stimmt eigentlich nicht – was müde macht, sind die Sorgen, Fehler zu machen, die Frustrationen, wenn es mit dem Füttern mal nicht so klappt und man sich zwischen den guten Ratschlägen der Schwestern nicht mehr entscheiden kann.

Morgen fällt mir bestimmt wieder alles ein; aber natürlich dann, wenn ich weit weg vom PC bin.

Zwei vor, eins zurück

Ganz ohne kleine Rückschritte geht es doch nicht. Alexander hat den Tag unter speziellem Licht verbracht, da er ein wenig gelbsüchtig ist – eigentlich völlig normal und kein echtes Problem, aber ihn wieder im Inkubator zu sehen, dazu noch mit Augenbinde zum Schutz vor den UV-Strahlen, war nicht schön.
Zudem trinken beide nicht ganz so fleißig, wie sie sollen, und schon ist die Magensonde wieder im Gespräch – für beide; allerdings konnte das zumindest heute noch mal abgewendet werden unter tatkräftiger Mithilfe von Schwester „Rabiata“, die dafür gesorgt hat, dass beide Jungs zumindest ihr 19:00-Fläschchen ausgetrunken haben und uns noch ein paar Tipps gegeben hat.

David hatte heute Badetag und auch da haben wir wieder viel gelernt. Allerdings können wir es uns immer noch nicht vorstellen, die beiden zu Hause zu haben und ganz ohne Hilfe mit ihnen klarkommen zu müssen; alles ist noch neu und bei so ziemlich allen Griffen und Manövern fehlt noch die Sicherheit. Aber das kommt noch und bis dahin nutzen wir aus, als Halbtagseltern im Krankenhaus viel lernen zu können.

Eine wirklich gute Nachricht gibt es aber auch: Gesine ist wieder zu Hause!

Jeden Tag ein paar kleine Wunder

Heute ist David gesprungen! Zu Recht wird überall davor gewarnt, auch kleinste Kinder auf dem Wickeltisch unbeaufsichtigt zu lassen, denn diese könnten sich plötzlich drehen und Stürze vom Wickeltisch gehörten zu den häufigsten Unfällen mit Kindern. Dahinter steht dann auch immer, dass dies durchaus schon vor dem 3. Lebensmonat passieren könne. Heute ist jedenfalls David, 4 Tage nach der Geburt, die ja auch sechs Wochen zu früh kam, kurz in die Luft gesprungen und hat sich um, na ja, etwa 120 Grad gedreht, landete dann in perfekter Froschstellung auf dem Bauch. Was macht der wohl als nächstes? Nachts meine Autoschlüssel klauen und um den Block fahren?

Zum Glück ist nichts passiert und ich stand ja auch daneben, runterfallen war also nicht möglich, aber einen kleinen Schreck habe ich schon bekommen. Ein bisschen stolz bin ich aber natürlich auch. Aber mit den Vorsichtsmaßnahmen kann man halt nicht früh genug anfangen.

Auch sonst war es wieder aufregend. David hat die Angewohnheit entwickelt, noch mal kräftig zu strullern, wenn man ihm gerade die Windel ausgezogen hat. Alexander wollte da nicht nachstehen und wartete sogar noch, bis man ihm die frische Windel schon halb umgelegt hatte. Mein Glück beim saubermachen ist jedenfalls vorbei; heute 3 Mal groß weggemacht und vier mal angepinkelt worden. Habe aber inzwischen schon etwa zehn mal gewickelt, also nur noch 6.990 Mal!

Inzwischen übernehmen wir drei der täglichen sechs Schichten und sind jetzt bei ca. 35 Minuten pro Kind angekommen. Heute morgen hatte ich erstmals beide alleine und habe knapp über eine Stunde gebraucht. Als sehr nervig erweist sich für mich die Wärmelampe über dem Wickelplatz, welche die Jungs auf Temperatur halten soll, solange sie das noch nicht alleine können. Wenn ich mich zum arbeiten vorbeuge, was ich muss, weil der Arbeitsplatz recht niedrig ist, dann scheint mir die Lampe volle Kanne auf den Kopf, und da ich ja nicht über allzu viele Haare verfüge, wird mir ganz schön warm; ab morgen wickele ich mit Mütze. Nebenbei blockiere ich natürlich damit auch die Hitze, die für die Kinder bestimmt ist.

Alexander ist seine Magensonde los. Sein Bruder fand, dass die nicht mehr nötig sei und hat schon in der Nacht zu gestern mal kräftig dran gezogen! Da die aber auch gar nicht mehr gebraucht wird, wurde sie dann ganz raus genommen.

Ein paar neue Bilder gibt es wieder unter http://www.flickr.com/gp/8206789@N06/848Y9S

Gesine kommt morgen wohl mit nach Hause! Und ich bin natürlich wieder pünktlich zum Wickeln in der Klinik, lasse mich anpinkeln und lächele dabei selig.