Katastrophentourismus?

Vielleicht. Aber eigentlich habe ich nur auf die Tram gewartet und konnte nicht widerstehen, mal einen Blick auf die Menge zu werfen. Hier die Liebig 14 am letzten Mittwoch, die Räumung in vollem Gange.

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Eilmeldung: Kapitalismus immer noch da, Alternativen weiterhin attraktiv für Alternative

Also alles wie vorher? Vermutlich ja. Das Liebig 14 wurde geräumt, es gab einige Verletzte und Festnahmen, wir sind unbeschadet durchgekommen. Ein paar mal war ich näher dran, als ich sein wollte, aber wenigstens die Kinder haben nichts davon mitbekommen, außer dass viele Polizeiautos im Kiez unterwegs waren.

Zwei Fotos habe ich gemacht, die zeige ich Euch später.

Morgen wird der Kapitalismus abgeschafft. Oder die Alternative.

Morgen soll bei uns in der Nachbarschaft, in der Liebigstraße 14, ein ehemals besetztes Haus geräumt werden. Die Besetzer sind längst legalisiert, haben 1992 Mietverträge geschlossen. Seitdem hat aber nicht nur der Eigentümer gewechselt, auch die offiziellen Mieter wohnen angeblich (höchst wahrscheinlich) nicht mehr dort. Nun ist im Januar der letzte Versuch gescheitert, eine Räumung auf juristischem Weg zu verhindern. Echte Verhandlungen zwischen den Parteien hat es, so wird jedenfalls auch in den „bürgerlichen Medien“ berichtet, nie gegeben.

Vordergründig ging es bei der Kündigung der bestehenden Mietverhältnisse um eine unerlaubt eingebaute Tür, die auch den Hausbesitzern und deren Beauftragten den Zugang zum Gebäude versperrte. So was geht natürlich nicht, aber in Wirklichkeit geht es Vermietern und Bewohnern um etwas anderes.

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Dieses Jahr schon wieder Winter in Berlin?

Das Jahr geht zu Ende und völlig überraschend kommt der Winter zurück, frecherweise direkt mit Schnee. Der Berliner an und für sich und der öffentliche Nahverkehr im besonderen reagieren plangemäß mit Panik, Unvermögen und Idiotie. Von allen, die sich dumm (an-)stellen, bekommt die S-Bahn die schlechteste Öffentlichkeit, da das Chaos von Ende 2009 den Hauptstädtern noch in guter Erinnerung ist.

Jetzt hat es sich halbwegs beruhigt, die S-Bahn fährt auf Hauptstrecken wieder in einem halbwegs vernünftigen Takt, wenn auch mit kurzen Zügen, da soll es wieder schneien. Aber der Tagesspiegel schreibt, die S-Bahn sei vorbereitet.

So so, dann haben wohl schon eine Pressemitteilung in der Schublade, dass trotz aller Bemühungen der Betrieb eingestellt werden musste, es sei einfach die falsche Sorte Schnee gefallen.

Tauwetter

Zwei Monate lang lag die Stadt unter einer dicken Schneedecke. Die ist jetzt weg und darunter kommt hervor: Berlin, nur ein bisschen schmutziger. Ok, viel schmutziger. Wegen des Winters wurden Gehwege, Straßen und Grünflächen fast drei Monate lang nicht gereinigt, so dass jetzt eine große Menge Hundehaufen, Sylvesterknallerreste und anderer Müll wieder zum Vorschein kommen.

Ein positiver Nebeneffekt war, dass wir unser Auto mal wieder benutzen konnten. Das stand die ganze Zeit über eingeschneit herum, mit Sommerreifen auf einer nicht geräumten Nebenstraße.

Bei dem komischen Wetter (über Null, aber irgendwie feucht) hat die halbe Stadt sich schon wieder erkältet, und David und Alexander haben es ganz dicke abbekommen: beide haben eine Bronchitis, Alexander auch noch eine Bindehautentzündung. Samstag hat David fast den ganzen Tag nur herumgelegen, was sonst überhaupt nicht seiner Natur entspricht. So hohes Fieber hatte er aber auch selten und noch nie so lange. Alexander hatte auch hohes Fieber, hatte es aber wesentlich besser weggesteckt. Vielleicht, weil er generell körperlich etwas fitter ist und über mehr Reserven verfügt. Schließlich wiegt er auch locker ein Kilo mehr als sein „großer“ Bruder.

Gestern war David wieder der alte und wir waren zum ersten Mal in diesem Jahr auf dem Spielplatz. Dort sind beide alleine gerutscht und David ist sogar mit der Seilbahn gefahren – alleine und auf meinem Arm. So richtig geheuer war es ihm nicht, aber irgendwie kam er sich doch mächtig cool vor.

Gegenüber

„Fenster zum Hof“ hat im aktuellen Beitrag die Bruchbude gegenüber unserer Wohnung zum Thema.

Der letzte Absatz kommt ein wenig hart rüber, aber das Einzelhandels-Highlight unseres Häuserblocks ist in der Tat der Vorwende-Laden, der erst kürzlich im Friedrichshainblog behandelt wurde.

Lola rennt – na und?

Lola rennt jetzt nur noch hinterher.

Unser Berlinmarathon

Letztes Wochenende haben wir voll den Frühling genossen und uns ein bisschen durch Berlin bewegt. Samstag waren wir am Ku-Damm, haupsächlich auf der Suche nach Babykleidung und -zubehör, aber natürlich auch, weil wir da noch nicht waren, jedenfalls nicht, seitdem wir in Berlin wohnen. Ich glaube, ich selber war seit 1993 nicht mehr dort. Danach haben wir dann noch eine schöne Runde in Friedrichshain gedreht und erstmals Currywurst und Biergarten in unserer Nachbarschaft genossen.

Sonntag waren wir dann mit Tante Ursula und Cousine Sophie auf dem Spielplatz am Arkonaplatz (Fotos kommen noch) und zumindest Alexander hat es sich gefallen lassen, ein bisschen im Sand zu liegen. Danach dann lecker Plastik-Tiki-Bio-Fastfood bei W’s Imbiss. Lecker, aber laut.

Alexander robbt jetzt auch ein bisschen vorwärts, was uns sehr freut – zwischendurch war er doch ziemlich frustriert, wenn es nicht so ging, wie er wollte. In den letzten Tagen schläft er auch recht schlecht, wacht immer frühr wieder auf und landet dann meist schnell bei uns im Bett, damit wenigstens David durschschläft.

Wir alle vier haben aber unseren Spaß und lachen sehr viel.

Seit zwei Wochen hat Gesine einen kinderfreien Vormitag, dann gibt sie die Jungs für ein paar Stunden an eine Babysitterin zum spazieren gehen und füttern. Für August haben wir auch Kita-Plätze in Aussicht.

Heute kommt Thomas zu Besuch, der hat die Kinder seit Dezember nicht gesehen – wird der sich wundern!