Ein Fußballtraum

Lionel Messi, im grünen Kapuzenpulli, dribbelt vor mir den Berg hinauf und während ich noch glaube, gemütlich aufs Feld zu spazieren weiß ich, dass es ihn bereits zum Tor zieht. Plötzlich kommt mir Diego Maradona entgegen! Ich bin völlig sprachlos vor Ehrfurcht, möchte nichts dringender, als die Hand Gottes zu schütteln. Als er sie mir reicht, kann ich vor lauter Nervosität meinen Daumen nicht bewegen, was zu einem umständlichen und halbherzigen Händedruck führt. Hoffentlich hält er mich nicht für ein Weichei! Als Diego weitergeht, ist Messi nicht mehr zu sehen. Ich frage die niederländische Königin Beatrix und ihren Mann, die im vollen Ornat am Straßenrand stehen, ob sie einen grün gekleideten Argentinier gesehen hätten. Haben sie nicht.

Und so hat Messi schon wieder einen völlig überforderten Abwehrspieler auf dem weg zum Tor abgeschüttelt.

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Vater und Sohn

Während Gesine und Alexander in Düsseldorf sind, haben David und ich das gute Wetter ausgenutzt und fast das gesamte Wochenende unter freiem Himmel verbracht.

Am Samstag waren wir beim Public Viewing und haben uns Ghana-Australien auf der Großbildleinwand angeguckt; oder vielmehr: das Spiel lief auf der Leinwand, David hat die Klappstühle ausprobiert und ich habe aufgepasst, dass er sich nicht wehtut.

Während „Tor!“ noch als allgemeiner Ausdruck der Begeisterung verwendet wird, unabhängig von der tatsächlichen Spielsituation, sagt er jetzt bei Fouls sehr passend „Aua“!

Die Location ist sehr cool und ganz bei uns in der Nähe, am Samstagnachmittag war es auch angenehm leer.

Sonntag waren wir dann im Tierpark. Schon Morgens, als ich vom Zoo erzählte, fragte David direkt nach den Tigern und Affen, die haben wir uns dann auch angeguckt.

Morgen kommen die anderen zurück, da werden wir sie wohl vom Bahnhof abholen. David fragt naürlich auch immer wieder mal vor allem nach seiner Mama, genießt aber auch ein bisschen die Aufmerksamkeit. Wie meistens, wenn Alexander nicht da ist, redet David fast ununterbrochen. Außerdem freut er sich natürlich, dass er ungestört staubsaugen und Gitarre spielen kann.

Fitmachen für die WM

Am 11. Juni beginnt die Fußballweltmeisterschaft; langsam wird es Zeit, sich darauf vorzubereiten. Austragungsland Südafrika ist zwar weit weg, aber Zeitverschiebung gibt es keine – schon mal super. Im Büro ist dann fürs Projekt eh viel zu tun, die Einladung zur Familienfeier in der Schweiz muss ich daher ohnehin ablehnen, sitze also während wichtiger Spiele schon mal weder auf der Alm, noch im Zug.

Zur Hochzeit von Gesines Freundin in Düsseldorf werde ich auch nicht mitkönnen, um den Dreh herum haben wir ganz viele Abgabetermine im Projektplan. Zudem spielt da doch Portugal gegen Nordkorea!

Am 27. Juni ist bei uns Kindergeburtstag. Gewinnt das deutsche Team seine Gruppe, steht es an diesem Tag im Achtelfinale – perfekt! Der mögliche Gegner heißt England? Noch perfekter!

Alexander übt auch schon. Beim abendlichen Inhalieren (beide sind mal wider abwechselnd krank) gucken wir ab und zu ein paar Minuten fern, gerne Fußball; auf Eurosport kommt zum Glück um die Zeit immer irgendwas. Und seit ein paar Tagen reißt er dabei ständig die Arme in die Luft und schreit „Tua!“ Gestern hat er sich dann auch direkt einen Ball geschnappt und selbst noch ein bisschen gekickt.
David hat eh Spaß am Ballspielen und assoziiert den Fernseher auch mit „Ball!“

Alexander plappert immer mehr und hat mit „Papa Micha Eiaku“ so etwas wie einen ersten Satz gesagt: Papa macht mit dem Mixer Eierkuchen – die mag er nämlich gerne und der Mixer ist wegen seiner Lautstärke aufregend.

Am Wochenende waren wir mal wieder lange auf dem Spielplatz und zum ersten Mal konnten Gesine und ich uns streckenweise einfach auf die Bank setzen und den Kindern beim Spielen zuschauen. Irgendwann mussten wir dann aber doch wieder mitspielen oder klettern helfen.

Außerdem haben wir viel gemalt, mit Wasser- und Fingerfarbe. Bilder gibt es demnächst.

Em Logbuch (Teil 5) – und sonstiges

So, das letzte Viertelfinale ist vorbei und dass Spanien diese Runde überstanden hat ist wohl eine noch größere Überraschung als das Ausscheiden der Favoriten in den anderen Begegnungen.

Heute Abend steht auch schon das erste Halbfinale an, Deutschland trifft auf die Türkei. Sollten die Deutschen zu Halbzeit etwa 8:0 führen, wird man sich keine Sorgen machen müssen, ansonsten ist der türkischen Mannschaft alles zuzutrauen.

Aber im Ernst, auch wenn die Türken individuell und als Team recht ballsicher und kombinationsstark sind und eine recht gute Chancenverwertung vorweisen können, sollten sie schlagbar sein, wenn man sie im Spielaufbau unter Druck setzt, sich so eigene Möglichkeiten erspielt und diese ab und zu nutzt – allerdings neigen die Deutschen Spieler ja auch dazu, so fundamental einfache Dinge schon mal nicht umsetzen zu können, und generell scheint mit die Mannschaft immer anfällig für Gegentore kurz vor der Pause und vor Abpfiff – beides kommt den Türken entgegen.

Ich hoffe jedenfalls auf ein spannendes Spiel und dass die Deutschen das Finale erreichen.

Auch nach über einer Woche habe ich es noch nicht geschafft, ein paar Worte zum Springsteen-Konzert in Düsseldorf zu schreiben – also jetzt aber.
gut war’s, allerdings sah ich mich schon in meinen Vorurteilen gegen solche Mammutshows in großen Stadien bestätigt; eine Nummer kleiner wäre besser gewesen. Spaß hat es aber allemal gemacht, der Boss war gut drauf, spielte satte 28(!) Songs und seitdem ich den alten Sack auf der Bühne gesehen habe, habe ich wieder etwas weniger Angst vorm älter werden.

Leider musste ich die Show alleine sehen. Meine Begleitung musste kurzfristig absagen und am Abend des EM-Spiels Deutschland-Österreich war kein Ersatz aufzutreiben. So habe ich erstmals vor dem Stadion eine Eintrittskarte verkauft. Meine Erwartung, dass ich da hingehen, mit der Karte wedeln und ein paar Euro Gewinn einstreichen könnte, erwies sich in dem Moment als Illusion, als ich aus der Bahn stieg und mir recht viele Leute ihrerseits mit Karten wedelten, für die sie weniger verlangten, als draufgedruckt war. Na ja, losgeworden bin ich sie dann zum Glück doch noch.

Sonst gibt es nichts wichtiges neues, mehr zur Schwangerschaft und allem was dazu gehört gibt es wohl am Wochenende, wenn ich wieder ein paar Minuten Zeit habe.

EM Logbuch (Teil 4)

Di ersten drei Viertelfinalspiele sind vorbei und alle endeten mit einer Überraschung:

1) Deutschland wirft den großen Favoriten Portugal raus, und das sogar verdient und auf schöne Art und Weise. Großer Jubel, auch bei Gesine, Sylvie und Fabian, mit denen ich bei uns zu Hause geguckt habe.

2) Die Türken drehen zum dritten Mal bei dieser EM ein Spiel und werfen Kroatien raus – damit werden sie Gegner der Deutschen im Halbfinale. Spielerisch nicht besonders stark und mit vielen Sperren und Verletzungen zusätzlich geschwächt sieht das auf dem Papier nach einer machbaren Aufgabe für unsere Jungs aus, aber beim Fußball ist alles möglich, und bei dieser EM gegen die Türken sogar das Unmögliche.

3) Und Russland wirft mit den Niederlanden das Team raus, das nach der Vorrunde als großer Favorit auf den Titel gehandelt wurde, und das nicht unverdient.

Heute Abend wird dann zwischen Italien und Spanien der letzte Halbfinalteilnehmer ermittelt – eigentlich eine klare Sache, schließlich spielt Spanien immer nur in der Gruppenphase erfolgreich während Italien immer irgendwie gewinnt, aber bei so vielen Überraschungen ist wohl nichts unmöglich …

10.000 Neuigkeiten

Nun, zum Glück nicht ganz so viele – aber es gibt schon so einiges.

Morgen ist es wohl endlich soweit und wir können unser neues Auto abholen. Hoffentlich klappt jetzt alles, nachher muss ich noch mal gucken, wo ich die Versicherungsbestätigung versteckt habe. Wenn alles klappt, gibt es natürlich Fotos!

Gestern war für mich fußballfreier Tag, ausgerechnet beim vorgezogenen Endspiel der Deutschen gegen Österreich. Stattdessen war ich hier in Düsseldorf auf dem Konzert von Bruce Springsteen, dazu später mehr. Jedenfalls sind die Deutschen nun ja doch knapp weitergekommen und freuen sich jetzt auf ein Wiedersehen mit Portugal – oder vielleicht auch nicht. Das wird noch eine ganz hart Nuss. Heute Abend geht es erst Mal um Platz 2 in Gruppe C, Frankreich und Italien treffen in einer Neuauflage des letzten WM-Finales aufeinander.

Die letzten Spiele davor habe ich ausnahmslos zu Hause mit Gesine geguckt; weggehen kann sie halt nicht mehr so richtig, und die bisherigen Paarungen boten auch für mich keinen besonderen Anreiz, irgendwo in der Kneipe zu gucken. Aber bei Tschechien-Türkei kam ich auch zu Hause voll in Stimmung – ein Hammerspiel! Obwohl ich ja eigentlich den Tschechen die Daumen gedrückt habe, muss ich der türkischen Mannschaft doch echt den Sieg gönnen – nach 0:2 einfach nicht aufgegeben und das Spiel binnen weniger Minuten komplett gedreht. Und die Tschechen sind selbst Schuld – nicht nur den Sack nicht zugemacht (der nicht gegebene Elfmeter war natürlich auch Pech), sondern auch noch vieeel zu defensiv gespielt und sich in der eigene Hälfte einschnüren lassen.
Ansonsten haben wir mit Russland-Griechenland erstmals ein Spiel ausgelassen und ich neige immer noch dazu, vor der Glotze einzuschlummern.

Gesine hat heute die ersten Anmeldetermine für Kindergärten. Große Hoffnungen, direkt zwei der begehrten Betreuungsplätze für Kleinkinder zu kriegen, machen wir uns eigentlich nicht, aber wir wollen es wenigstens versuchen. Eigentlich finde ich es ja albern, Kinder, die noch gar nicht geboren sind, zu irgendwas anzumelden, aber wie so häufig im Leben gilt auch hier: wer nicht mitmacht, kann auch nicht dabei sein. Und neben all den anderen Gründen, warum wir keine Plätze kriegen werden, wollen wir zumindest einen ausschließen: dass wir uns zu spät darum gekümmert haben.

Sonst gehen die Vorbereitungen gut voran und wenn wir tatsächlich ab morgen ein großes Auto zur Verfügung haben, kann auch der Rest noch diesen Monat erledigt werden. Neben der Besorgung eines Kinderwagens für die Übergangszeit (bis der bestellte Wagen endlich da ist) stehen vor allem der Kauf eines weiteres Regals für das Wohnzimmer, eine Aufstockung des Regals in der Diele und das Aufräumen des Kellers auf dem Programm, dazu diverse Kleinigkeiten.

EM Logbuch (Teil 3)

Ganz viel Fußball gab es in den letzten Tagen, zuviel eigentlich, um über jedes Spiel zu schreiben. Deutschlands Niederlage gegen Kroatien ist da natürlich erwähnenswert, wie auch die spannende Partie Österreich-Polen (von der ich aber leider die 2. Hälfte verschlafe habe), das spektakuläre 4:1 der Holländer gegen Frankreich und das bittere Ausscheiden der Schweiz nach dem Gegentor in der 92. Minute.

Gesine hat, glaube ich, noch keine Minute verpasst und guckt jetzt gerade Schweden-Spanien; ich gehe auch gleich rüber, muss aber nebenbei Wäsche aufhängen. Favoriten sind für mich bislang Portugal und die Niederlande, die Deutschen müssen sich ganz klar steigern, um gegen Österreich noch weiterzukommen und dann auch im Viertelfinale entweder gegen Portugal oder vermutlich Tschechien bestehen zu können. Das entscheidende Spiel gegen die Ösis kann ich leider nicht sehen, weil ausgerechnet an diesem Abend auf dem Springsteen-Konzert bin – aber darauf freue ich mich ja schon seit fast einem Jahr, also gibt es nicht zu klagen.

So, jetzt muss ich aber auch wieder EM gucken …

EM Logbuch (Teil 2)

Alle paar Jahre geschehen seltsame Dinge. Gestern kam ich etwas später von der Arbeit nach Hause um was vorzufinden? Gesine vor dem Fernseher, Fußball guckend! „Das Spiel ist viel spannender als das der Franzosen gestern und Du hast ein total schönes Tor verpasst!“ Hatte ich auch, aber zum Glück folgten ja noch einige.
Erstaunlich, wie Gesine bislang noch keine Minute der EM verpasst hat (allerdings hat sie auch nicht viel anderes vor und ist ja auch nicht mehr so mobil), während der Bundesligasaison aber immer ein bisschen unverständig-belustigt wirkt, wenn ich Samstags 2 Stunden Sportschau gucke.
Ich fürchte, dass mit der gleichen Sicherheit, mit der die Griechen gestern ein Stück aus dem Tragödienstadl des Fußballs aufführten, Gesines Fußballinteresse in etwas mehr als zwei Wochen auch wieder verflogen sein wird.

Die gestrigen Spiele:

Spanien – Russland (4:1)
Wo geguckt: zu Hause
Mit wem: Gesine
Zustand/Stimmung: die erste Hälfte fast ganz verpasst und dadurch erstmals bei der EM ein Tor verpasst, während der zweiten mit Aufräumen beschäftigt. Also relativ locker, aber froh über die bunte und nett anzusehende Fußballberieselung am Feierabend.
Fazit: Eigentlich keins. Russland wohl noch nicht ganz so weit, und Spanien wie gewohnt schön und effektiv – in der Vorrunde; ab dem Viertelfinale sieht das dann wieder anders aus.

Griechenland – Schweden (0:2)
Wo geguckt: zu Hause
Mit wem: Gesine
Zustand/Stimmung: passiv-aggressiv, zynisch gelangweilt. Zum Glück hauptsächlich mit Bügeln beschäftigt. Nicht zu Unrecht spricht die SZ in ihrer Onlineausgabe nicht von einem verdienten Sieg der Schweden, sondern von einer verdienten Niederlage Griechenlands.
Fazit: zum Spiel eigentlich nichts zu sagen, was nicht schon in erstaunlich hämischer Form in der Presse war. Langweilig und uninspiriert. Wenn die Griechen sich etwas steigern, könnte ihre defensive Spielweise zum Problem für das russische Team werden, aber weder Griechenland noch Schweden sahen gestern wie zukünftige Europameister aus; die Chance, dass einer von beiden doch ins Viertelfinale kommt, ist aber natürlich weiter gegeben.