Sport. Aber so richtig

Die trägen Tage sind vorbei. Fünf Monate, seit dem Firmenlauf im September, habe ich auf der faulen Haut gelegen, dafür habe ich mich in der letzten Woche gleich zweimal sportlich betätigt.

Laufen war ich, zwar nur kurz, aber immerhin. Und vor allem habe ich zum ersten Mal seit Jahren (3? 4?) wieder Basketball gespielt. Gut war es und hat Spaß gemacht, wenn ich auch nicht gerade in Form war. Aber das kommt wieder, hoffe ich. Werfen, Dribbeln, Passen – alles Übungssache und ich möchte jetzt jede Woche gehen. Kondition kommt auch irgendwann wieder, die Grundkondition ist ja da und wenn ich auch wieder regelmäßig laufen gehe (habe ich mir mal wieder fest vorgenommen), bin ich in ein paar Wochen wieder fit.

Das Niveau der Truppe ist angenehm niedrig, wenn auch alle anderen im Schnitt besser sind als ich, die Rahmenbedingungen (späte Uhrzeit, ALBA Trainingszentrum!) dafür ideal. Dass ich die meisten meiner Moves aus der Augsburger Puppenkiste abgeschaut habe, ist egal, es fühlt sich einfach unglaublich gut an, wieder zu spielen. Morgen Abend wieder, ich freue mich schon.

Ausfahrt mit Ausblick

Neulich haben wir endlich die Sitzfläche des Kinderwagens umgedreht. Bisher saßen die beiden bei Ausfahrten immer noch in unsere Richtung, was schön war, aber nach vorne gedreht sehen sie halt mehr von der Welt, was wichtiger ist. Als wir die Sitzfläche abgehoben hatten, brachen beide zu unserer Verwunderung in lautes Geheule aus, anscheinend dachten sie, wir hätten den Wagen kaputt gemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so daran hängen. Aber schon die erste Fahrt ein paar Minuten später hat sie dann wieder beruhigt und sie genießen den Ausblick.

Den Weg zur Kita und zurück schaffen wir inzwischen auch ohne Schnuller.

Beide haben ihrem Repertoire neue Worte hinzugefügt und Alexander versucht sich auch immer mehr an kurzen Sätzen wie „Ich auch Mütze auf“. Neulich sagte er tatsächlich mal „Danke Papa“, als ich ihm eine Scheibe Käse gereicht habe. David hingegen wünscht „Sundheit“, wenn jemand niest (oder hustet).

Ein Thema aber ist bei Alexander nach wie vor beliebt: obsessives Eierkuchen bestellen: „Möchte Eierkuchen! Papa Mixer Eierkuchen!“ Im Bilderbuch sucht er immer zuerst gezielt nach dem Bild vom Mixer und weiss auch schon, was alles in den Teig kommt: Eier, Mehl und Milch, danach braucht man dann eben den Mixer und die Pfanne.

Ganz toll findet er auch fotografieren; neulich hat er mit Gesines Kamera etwa 50 Bilder gemacht, auf den meisten war aber sein Finger vor der Linse. Bei jedem Bild sagte er dann mindestens zweimal „Potopat!“

Ansonsten erkennen beide ihr jeweiliges Handtuch und ihre Socken und beschweren sich, wenn man da was verwechselt. Alexander gibt halbwegs zuverlässig zu erkennen, wenn seine Windel voll ist und – weniger zuverlässig – wenn er denkt, dass David auch eine frische braucht.

Und sonst? Ich habe wieder mit dem Laufen angefangen, muss aber wegen kaputter Knie schon wieder pausieren; und dabei war ich so motiviert. Am Wochenende klappt es hoffentlich wieder. Bis zum Berliner Firmenlauf (Ende Juni, 6 km) muss ich fit sein.

Wohungssuche: ein erster Erfolg

Heute haben wir ein Angebot für eine Wohnung bekommen, die ich gestern besichtigt habe, nun sind wir am überlegen, ob wir es annehmen sollen. Die große Frage ist natürlich, welche Kompromisse wir zu machen bereit sind. Dafür können wir uns aber das ganze Wochenende Zeit nehmen, bis dahin lässt sich das alles prima hinauszögern.

Heute war ich zum ersten Mal seit etwa drei Monaten wieder laufen. Bei uns im Unternehmen gibt es eine Gruppe, die sich regelmäßig trifft und ungefähr mein Tempo läuft (um die 6 min/km). Nett wars – zum einen etwas mit neuen Kollegen zu unternehmen und dabei ein bisschen zu quatschen, zum anderen habe ich auch echt was von der Stadt zu sehen bekommen. Charité, Siegessäule, Potsdamer Platz, Brandenburger Tor, Regierungsviertel, Hauptbahnhof. Nichts, was ich nicht schon mal gesehen hatte, aber beim Laufen und im Dunkeln war es doch noch mal was anderes – zumal auch gerade das „Festival of Lights“ stattfindet, bei dem viele Bauwerke bunt angestrahlt sind (mehr im Tagesspiegel).

In der Tat war das mein erster freier Abend, also ohne Wohungsbesichtigung nach der Arbeit; nicht wegen des Angebots (bis ein Vertrag unterschrieben ist, geht sie Suche natürlich weiter), sondern per Zufall. Schön war das.

Morgen geht es wieder zurück nach Düsseldorf. Ich kann es kaum erwarten, meine gar nicht mehr so kleine Familie zu sehen.

Nachtrag: hier die Laufstrecke, die wir gestern genommen habe:
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=tdgrtnlqpvemcyjw

Them vs. Us – immer wieder

Jetzt während der EM, wenn alle vor dem Fernseher sitzen, läuft ganz viel Reklame für Dr. Kawashimas Gehirnjogging – habt Ihr bestimmt auch schon gesehen. Auf ganz einfache Art und Weise kann man damit seinen Kopf trainieren – wozu auch immer.

Ich persönlich glaube ja, dass diese ganze Gehirnjoggingmasche von denen da oben erfunden wurde, um die intellektuellen Kapazitäten der Arbeiterklasse von der Revolution abzulenken.

Denn wenn der Arbeiter seinen Kopf zum Denken statt zum Joggen benutzt, muss er ja zwangläufig darauf kommen, dass es mal wieder Zeit ist, die Verhältnisse zu ändern.

Was früher der militärisch-industrielle Komplex war, ist heute die unheilige Allianz von Großer Koalition und Massenmedien – ich sag nur: öffentlich-rechtliches Fernsehen, ne? Wo läuft die EM? und die Spots für Gehirnjogging? Das kann kein Zufall sein.

Hauptsächlich aber ist dieser kleine protorevolutionäre Diskurs ja daduch bedingt, dass immer, wenn von Gehirnjogging gesprochen wird, mein Gehirn, dieses blöde Ding, mich daran erinnert, dass ich mal wider joggen gehen muss. Das war ich nämlich schon seit Wochen nicht. Natürlich nenne ich das ja auch nicht joggen, sondern echtes laufen, aber Gesine sagt das halt immer dazu.

Egal wie, es wird mal wieder Zeit.

Brückenlauf

Na also! Den eher bedauernswerten Trainingsergebnissen zum Trotz – Keuchen, Husten, Krämpfe nach 200 Metern, dann noch tapfer 15 Minuten weitergemacht – verlief der Brückenlauf doch erfolgreich. 54:06 bedeutet neue persönliche Bestzeit über 10.000 Meter und damit eine schöne Überraschung, war mein Ziel doch lediglich, nicht über die gefürchtete 60-Minuten-Grenze zu rutschen. Ob es die Wettkampfsituation war, die mich so angespornt hat, oder die 10 Stücke Kuchen, die ich gestern bei meinen Eltern vertilgt hatte, vermag ich nicht zu sagen.
Thomas lief jedenfalls ebenfalls persönliche Bestzeit mit 48:12 und Jens eilte mit 44:0x allen davon.

Danach haben wir noch mit Gesine, Nicole und Ada einen schönen Nachmittag in der Stadt verbracht und den ersten (und für die nächste Zeit auch letzten) echten Frühlingstag genossen.

Ansonsten sind wir jetzt zur Geburt angemeldet und Gesine übt fleißig und mutig das Autofahren. Ich bemühe mich, wenn isch selber fahre, jeden Schaltvorgang zu kommentieren, in der Hoffnung, dass sie daraus lernt. Heute morgen bin ich – allerdings alleine – sogar so gut gefahren, dass die Autobahnpolizei ein Foto von mir gemacht hat! Sicherlich wird es Fahranfängern und Verkehrsrowdys vorgelegt, um sie zu vorbildlichem Verkehrsverhalten zu inspirieren und daran zu erinnern, dass man auf der Autobahn immer ruhig 15 km/h schneller fahren darf, als gerade angezeigt.

A propos Auto: wir fahren zwar immer noch unseren nicht familientauglichen Mercedes, haben jetzt aber immerhin schon ein klareres Bild von unserer zukünftigen Familienkutsche. Vermutlich wird es doch kein Passat, sondern ein entsprechendes Modell von Opel (Vectra) oder Ford (Mondeo); der Preisunterschied ist doch erheblich und der Wagen muss uns vor allem durch die nächsten drei bis vier Jahre bringen.

Das neue Portishead Album ist endlich da und gefällt mir gut, ist aber noch anstrengender zu hören als die ersten beiden. Bislang hatte ich noch keine rechte Ruhe, die Stücke mal ganz konzentriert zu hören, aber der gute Gesamteindruck vom Konzert bestätigt sich und die neue Vielfalt überrascht mitunter.

Baby-Update und Verschiedenes

Jetzt ist es klar: zumindest einer der Zwillinge strampelt ganz schön kräftig, und gestern Abend habe ich zum ersten Mal selber einen der kleinen Tritte gespürt. Das war … unbeschreiblich. Auf der linken Seite hat sich noch nicht so viel getan, aber wie die beiden momentan im Bauch liegen, wissen wir eh nicht. Erst Anfang April gibt es wieder eine Ultraschalluntersuchung, und noch haben die beiden ja auch genug Platz, um sich wieder und wieder zu drehen – was nicht heißt, dass ich wüsste, ob sie das tun.

Außerdem haben wir uns – für alle Fälle – noch ein paar Mädchennamen zurechtgelegt, um im Falle eines Falles nicht ganz planlos dazustehen; ist schließlich alles schon mal vorgekommen. Allerdings sind wir eigentlich recht überzeugt, dass das Geschlecht richtig erkannt wurde und die Mädchennamen sind nur eine reine Vorsichtsmaßnahme. Aber auch bei der Suche nach Jungennamen wurde ein entscheidender Durchbruch erzielt! Mehr wird allerdings zu diesem Thema noch nicht verraten.

Und schließlich habe ich am Wochenende der Umräumpanik nachgegeben und angefangen, Kram von einer Seite des sogenannten Arbeitszimmers in die andere Ecke zu befördern. Dieser Raum wird halt derzeit noch für alles möglich benutzt, vornehmlich aber zur Aufbewahrung von allem, was sonst keinen Platz findet, vor allem aber stehen dort etwa 60% unserer Bücher in einem langen Regal. Vorerst soll Gesines Arbeitsplatz (derzeit im Schlafzimmer) wieder dorthin verbracht werden, und nach etwa einem halben Jahr (sobald die Zwillinge jeder ein eigenes Bett brauche) tauscht der dann den Platz mit Kinderbetten und Wickeltisch, die erst einmal im Schlafzimmer aufgestellt werden.

Das große Aussortieren möchte ich aber schon möglichst bald angehen, solange Gesine noch halbwegs mobil ist und auf jeden Fall, bevor der Nachwuchs da ist und unsere Zeit und Aufmerksamkeit beansprucht. Vieles werden wir wohl bei meinen Eltern unterstellen müssen, ansonsten finden wir vielleicht noch Platz für ein weiteres Regal im Wohn- oder Schlafzimmer.

Ach ja, und laufen war ich am Wochenende auch! Allerdings war die Batterie in meinem Laufsensor leer, ich habe also keine verlässlichen Daten über Strecke und Tempo.

Und sonst noch? Das Bundesligawochende war ja wohl irgendwie ein Reinfall; die Bayern verlieren zwar überraschend, aber verdient, gegen Cottbus, aber Bremen als erster Verfolger kann keinen Nutzen daraus schlagen. Dortmund verliert, Leverkusen gewinnt und sonst noch jede Menge (für mich) belanglose Partien wie Frankfurt gegen Karlsruhe – alles in allem deprimierend. Wenigstens hat der WSV endlich mal wieder gewonnen und Gladbach auch noch mal drei Punkte geholt. Fortuna spielt erst am Mittwoch und kann sich wieder an die Tabellenspitze setzen.

Bei Hattrick setzt sich meine Pleitenserie fort. Den Aufstieg hatte ich letzte Saison dann tatsächlich geschafft, daher spiele ich diese Saison in der 6. Liga, was die fußballerischen Fähigkeiten meiner virtuellen Spieler leider etwas übersteigt. Zwar konnte ich das Auftaktspiel gegen den Mitaufsteiger SC Dominator Hirschau gewinnen und erstmals die dritte Pokalrunde erreichen, aber seitdem läuft es nicht so gut und die spielerischen Defizite meines Teams werden jedes Wochenende erneut sichtbar. Auch für den nächsten Spieltag sieht es düster aus. Der Klassenerhalt sollte aber dennoch drin sein, wenn ich übernächste Woche auswärts beim Tabellenletzten gewinne.

Laufen

… ich müsste mal wieder. Zu meinem Entsetzen habe ich gestern gemerkt, dass der diesjährige Brückenlauf schon Ende April stattfindet, also in weniger als acht Wochen.

Theoretisch bin ich sehr gut vorbereitet, da ich laut meinem Trainingsplan drei Mal die Woche laufen gehe, einmal kurz (2 km), einmal mittel (4 km) und einmal lang (10 km). Da kommen so einige Kilometer zusammen, Schnelligkeit und Grundausdauer werden, so hoffe ich, gleichmäßig trainiert.

Das Dumme daran ist nur, dass dieser (eh nicht optimale) Plan nicht konsequent umgesetzt wird. Eher handelt es sich dabei um ein Vorhaben nach dem Motto: „Wenn ich mal wieder regelmäßig laufen gehe, dann nach diesem Plan.“ Was ich dann, wenn ich tatsächlich mal wieder laufe, aber auch nicht tue. Das letzte Mal auf der Piste war ich vor 10 Tagen, sogar etwa 8 km. Dafür aber vorher ganze zwei Wochen nicht, und den oben umrissenen Trainingsplan habe in diesem Jahr noch in keiner einzigen Woche in die Tat umgesetzt. Im letzten Jahr allerdings auch nicht.

So langsam muss ich mich ranhalten, hatte ich mir doch eigentlich vorgenommen, die 10 km dieses Jahr in 50 Minuten zu schaffen – das ist zumindest für den Brückenlauf schon nicht mehr realistisch, unter 55 Minuten scheint mir momentan schon ambitioniert genug. Meinen Trainingswerten zufolge kann ich allerdings schon froh sein, unter 60 Minuten zu bleiben, was eine klare Verschlechterung gegenüber den letzten Jahren wäre. Aber wenn ich in der verbliebenen Zeit harrt an mir arbeite, sollte das schon klappen, und bis zum Kö-Lauf im Spätsommer komme ich vielleicht sogar an die 50 Minuten ran.

So gesehen wäre heute ein guter Tag zum trainieren. Genau wie gestern oder die Tage davor. Aber gestern musste ich ins Kino, Montag und Dienstag hatte ich was besseres vor und am Wochenende war ich abwechselnd zu beschäftigt oder zu platt. Außerdem gab es eine Sturmwarnung, und ich bin ja nicht lebensmüde.

So geht es jeden Tag, entweder ist es zu warm oder zu kalt, zu stressig im Büro oder zu gemütlich auf dem Sofa. Heute muss ich mich mal wieder dringend um ein paar Kleinigkeiten im Haushalt kümmern, morgen Abend sind wir verabredet, Samstag bei meiner Familie, und Sonntag muss ich mich dann davon erholen. Oder mir dringend was anderes vornehmen.

Ich würde das jetzt gerne mit einer witzigen Pointe abschließen, aber irgendwie fällt mir keine ein. Mein Autoren-Ich ist nämlich genau so ein fauler Schweinehund wie mein Läufer-Ich.