Kurzes Update aus der Klinik

Da ich gerade etwas im Stress bin (zu Hause ein bisschen Ordnung schaffen, schließlich ist in den letzten Tagen viel liegen geblieben), gibt es heute nur ein paar stichpunktartige Updates:

.- Erster Besuch! Meine Eltern waren da, sogar recht lange, und haben uns beim Wickeln und Füttern zugesehen (und fotografiert – Bilder gibt es morgen).

.- Erster Ausflug! Zwar nur in den Keller zum Radiologen, war aber trotzdem aufregend.

.- Erste volle Windel für Papa. War gar nicht so schlimm.

.- Gesine ist zum heute ersten Mal auf eigenen Füßen zu den Kindern gekommen, bis gestern habe ich sie noch im Rollstuhl geschoben.

.- Gesine kommt morgen wahrscheinlich nach Hause, und nachmittags kommen ihre Eltern auch mal zu Besuch.

Viele Dank auch Euch allen für die lieben Grüße und Glückwünsche! Ich melde mich noch mal bei Euch allen einzeln, aber im Moment ist einfach wenig Zeit.

Viele kleine Fortschritte und ein großer Sprung

Nachdem die beiden gestern schon zusammenziehen konnten, gab es heute als Zugabe den Umzug aus den Inkubatoren in ein gemeinsames Wärmebett. Das ist für die beiden bestimmt eine total coole Sache, schließlich haben sie die letzten Monate auf sehr engem Raum miteinander verbracht und waren bestimmt auch wegen der Trennung ein bisschen extra-desorientiert – zusätzlich zum Schock, plötzlich in einer ganz anderen Welt zu sein.

Heute wurde wieder gewickelt (noch 2x Glück gehabt und zumindest keine größeren Dreckmengen beseitigen müssen, bin auch nicht wirklich angepinkelt worden) und gefüttert. Auch Alexander kommt jetzt ohne die Magensonde aus (ist noch drin, wurde aber heute nicht mehr benutzt) und hat sein Fläschchen brav leer gemacht – das hat dann allerdings etwas länger gedauert.

Neue Fotos gibt es auch unter dem gleichen Link wie gestern:
http://www.flickr.com/gp/8206789@N06/848Y9S
wirklich ähnlich sehen sich die beiden nicht – sieht man auf den leider sehr unscharfen Profilbildern. aber besonders David hat ein extrem schiefes Gesicht und sieht von der rechten Seite eigentlich komplett anders aus.

Gesines Eltern waren mal da, haben aber die Zwillinge noch nicht besucht. Mit Kurzbesuchen möchten wir uns noch mindestens bis morgen Zeit nehmen, und auch dann nur ein kurzes Programm zulassen. Wir sind in dem ganzen Wickel-Fütter-Putz-Bäuerchenmach-Rhythmus auch noch nicht so fit, zudem ist Gesine über Mittag ja auch noch auf ihrem eigenen Zimmer und auch David und Alexander sind halt noch sehr damit beschäftigt, sich erst mal an uns zu gewöhnen.

In den nächsten Tagen erzähle ich noch ein bisschen mehr, jetzt muss ich mich aber gleich wieder aufmachen. Papa Elle hat nämlich heute frei und geht grillen und das EM-Finale gucken!

PS: ganz toll auch, dass die beiden heute auch schon Kleidung anbekommen haben – wie große Jungs!

We Are Family!

Gestern, am 27. Juni 2008, haben überraschend, dafür aber angenehm schnell, unsere beiden Söhne David Adrian Friedrich und Alexander Konstantin Claus in der Uni-Klinik Düsseldorf das Licht der Welt erblickt.

Vom Platzen der Fruchtblase bis zum Durchtrennen der Nabelschnur des zweiten Zwillings vergingen etwas weniger als drei Stunden, dazwischen aber hat sich für uns die Welt verändert. So gegen 16:00 waren wir per Krankenwagen in der Klinik angekommen, gegen 17:30 begann dann die spontan-natürliche Geburt im Beisein unserer Hebamme Claudia, und um 17:53 war David da. Sein kleiner Bruder, der eigentlich gleich groß und gar ein wenig schwerer ist, ließ zum Glück nicht lange auf sich warten und meldete sich um Punkt 18:00 erstmal zu Wort.

Die beiden sind nach 34 Wochen und 0 Tagen geboren, zweieiige Zwillinge und wunderschön. David wog bei der Geburt 2045 Gramm, Alexander 2150, beide waren 45 cm lang.

Erste Fotos gibt es hier:
http://www.flickr.com/gp/8206789@N06/848Y9S

Kurz nachdem die ersten Bilder gemacht waren, wurden die beiden allerdings verlegt; David auf die Frühchenstation, Alexander musste die erste Nacht noch auf der Kinderintensivstation verbringen, weil er Anfangs noch ein paar Probleme beim Atmen hatte. Seit heute Nachmittag liegen die beiden aber zusammen auf einem Zimmer, bald geht es hoffentlich auch vom Inkubator in ein Wärmebettchen. Auf jeden Fall sind sie aber beide „schlauchfrei“ und atmen selbstständig.

Dass beide jetzt zusammen sind, macht vieles einfacher. In der ersten Nacht und am Morgen danach musste ich meine Zeit halt immer noch zwischen den beiden Stationen aufteilen – die liegen zwar einander gegenüber, allerdings muss man sich bei beiden jeweils getrennt anmelden. Ich habe dann auch doch nicht die ganze Nacht im Krankenhaus verbracht, sondern mir noch ein paar Stunden Schlaf geholt, die sich am nächsten Tag auch bezahlt gemacht haben.

Gesine konnte gestern Abend noch nicht mit rüber, aber heute morgen haben wir den ersten gemeinsamen Besuch gemacht. Und am Nachmittag haben wir dann mit dem richtigen Programm begonnen. Erst einmal „Kangaroo-ing“, bei dem die Winzlinge den Elten zum Schlafen auf den nackten Oberkörper gelegt werden. So können sich alle ein bisschen aneinander gewöhnen und dabei sogar bequem rumliegen! Heute hatte ich Alexander für etwas eine Stunde in der sogenannten „Froschhaltung“ auf dem Bauch, David war bei Gesine; morgen wird das natürlich getauscht.

Außerdem kam ich heute auch schon zum Wickeln und Füttern. David trinkt schon ganz ok aus dem Fläschchen, Alexander kommt noch nicht so richtig damit klar und muss „sondiert“ werden, das heißt er bekommt die Milch per Magensonde verabreicht, die er eh noch die ganze Zeit trägt. Aber auch das konnte ich selber machen, nachdem die Schwester sich versichert hatte, dass die Sonde noch richtig sitzt, kurz den aktuellen Mageninhalt noch einmal nach oben befördert, dort dann Milch von Luft getrennt und dir Milch wieder in den Magen hineinbefördert hat. Alles nicht gerade der Traum von der ersten Mahlzeit, geht aber auch und war nicht halb so ekelig, wie es sich hier liest.

Und gewickelt habe ich! Siebentausend Mal (in Ziffern: 7000) muss so ein Kind durchschnittlich gewickelt werden, bis es das nicht mehr braucht. Einmal habe ich schon! Allerdings war die Windel leer, so dass ich jetzt verunsichert bin, ob ich nur noch 6999 Mal wickeln muss und dieses eine Mal billig davongekommen bin, oder ob es nicht zählt, weil das Kind ja gar nicht gewickelt werden musste. Na ja, ich werde mal mitzählen und Euch in ein paar Jahren Bescheid geben, wie es wirklich war.