Halbzeit!?

Fast Halbzeit! Wenn man den errechneten Geburtstermin für unsere Zwillinge als Grundlage nimmt, dann haben wir die Schwangerschaft jetzt halb geschafft. Zieht man dann noch in Betracht, dass Zwillingsschwangerschaften häufig etwas kürzer sind, befinden wir uns schon in der zweiten Hälfte. So langsam wird es also Zeit, sich ein paar Gedanken zu machen.

Seelisch auf die Vaterschaft vorbereitet bin ich, glaube ich, soweit das überhaupt geht. Klar wird alles anders, als ich mir das jetzt vorstelle, aber ich bin doch immerhin schon darauf eingestellt, dass sich einfach alles verändern wird und habe ein paar vage Vorstellungen von der neuen Verantwortung. Und ich freue mich. Aber natürlich ist es eben halt auch so, dass man Kinder zu zweit machen muss und gemeinsam haben kann, aber letztlich nur die Frau sie kriegt. Klar nehme ich auch Anteil an der Schwangerschaft, aber die beiden wachsen halt nicht in meinem Bauch heran und somit ist das für mich eher eine Erfahrung aus zweiter Hand.

Stattdessen verfalle ich zusehends den in Schwangerschaftsbüchern und -zeitschriften beschriebenen Klischees über den werdenden Vater und verlege mich auf die praktischen Aspekte – Kinderwagen aussuchen und Wohnung vorbereiten.

Noch bin ich keines der beiden Themen wirklich praktisch angegangen, beschäftige mich aber mitunter gedanklich recht intensiv damit.

Das mit dem Kinderwagen ist gar nicht so einfach, wenn man Zwillinge erwartet. Es gibt halt bei weitem nicht so eine große Auswahl, und bislang habe ich noch kein Modell gefunden, dass alle Anforderungen erfüllt. Zunächst einmal haben wir uns bereits dafür entschieden, dass wir einen Wagen suchen, in dem die beiden Babys nebeneinander sitzen, nicht hintereinander. Auf den ersten Blick wirken die zwar immer immens breit, haben aber alle eine Gesamtbreite von weniger als 80 cm und passen somit durch die Tür und auch die Kassen im Supermarkt (wobei ich mir bei dem PLUS in unserer Gegend da allerdings nicht ganz sicher bin.) Und klar ist, dass der Wagen in zusammengeklapptem Zustand in unseren Kofferraum passen muss, mit je weniger Aufwand, desto besser.

Ein Kombi-Wagen solle es sein, der also zum Transport im liegen wie auch im Sitzen geeignet ist. Lenkbare Vorderräder (die man allerdings auch leicht starr fixieren können sollte) sind wohl ein Muss, wie auch die Möglichkeit, Blickrichtung der kleinen Passagiere ohne größeren Umbau wechseln zu können, dazu Standards wie Einkaufskorb, Bremse, höhenverstellbare Schiebestange, Sonnenverdeck, Gurte, der ganze Kram halt, das ganze in bester Qualität und gerne auch in einer schicken Farbe.

Bei einem Einsitzer ist es kein Problem, das alles zu haben, bei Doppelsitzern hngegen fehlt immer zumindest eine wichtige Eigenschaft. Immerhin habe ich schon ein paar in der engeren Auswahl und im Mai (da nehme ich mir vielleicht eine Woche Urlaub) werden wir uns dann mal ein paar im Laden ansehen.

Abseits der Mobilitätsfrage habe ich einen sehr ungewohnten Umräumdrang entwickelt, fühle mich ständig versucht, in der Wohnung schon einmal Vorbereitungen für die Ankunft des Nachwuchses zu treffen. Allerdings ist es vielleicht doch noch ein bisschen zu früh, und andererseits habe ich auch gar keine Zeit, das konsequent durchzuziehen. Wie gesagt, im Mai möchte ich eine Woche frei nehmen.
Vieles wird sowieso erst wichtig, wenn die Kleinen anfangen, sich durch die Wohnung zu bewegen. Die ersten Wochen und Monate kann man sie eigentlich (sehr theoretisch!!) ja getrost in der Ecke ablegen, auch wenn auf dem Tisch Hackebeil und Flammenwerfer stehen und die Herplatte 24 Stunden am Tag an ist.

Trotzdem, alleine schon das ständige Nachdenken über Kindersicherungen (ach Du meine Güte, da fällt mir gerade das Auto ein!) für Steckdosen und Schubladen ist scheinbar für viele Männer in meiner Lage auch Ausdruck der Anteilnahme und Teil des Prozesses der Neuorientierung. Ob das wohl irgendwie hormonell gesteuert wird?

Jedenfalls freue ich mich jetzt erstmal auf die nächsten Wochen, Anfang April gibt es dann auch wieder Baby-TV. Ganz wichtig ist natürlich auch, dass irgendwann bald die ersten Bewegungen spürbar werden sollten. Aber auch das wird nur Gesine direkt zu spüren bekommen. Oder lässt sich das dann auch schon durch eine aufgelegte Hand mitfühlen? Keine Ahnung! Naja, ich suche inzwischen schon mal nach einer Lösung für die Schalter am Küchenherd…