Von Gentlemen und kleinen Teufeln

Unsere letzte Meldung ist schon lange her, was aber nicht heißt, dass in der Zwischenzeit nichts passiert ist – im Gegenteil. Nicht alles davon war gut. Der Tod meiner Mutter Ende September hat nicht nur Kraft und gekostet, sondern war für die Kinder auch Anlass zu einer ersten Beschäftigung mit dem Thema Sterben und Tod.

Auch wenn sie das natürlich nicht ganz erfassen können – aber das geht ja nicht nur kleinen Kindern so – war doch deutlich, dass sie sich auf ihre Weise ernsthaft damit beschäftigt haben. Gerade von Alexander kamen viele Fragen, die nicht immer einfach zu beantworten waren, und beide waren in der Zeit nach der Beerdigung sehr kuschelig und suchten mehr als vorher unsere Nähe.

Bedauerlich, aber bemerkenswert ist auch, dass zumindest Alexander die Einsicht gekommen ist, dass auch andere Leute – nämlich Mama und Papa – irgendwann sterben könnten, ohne dass wir das angesprochen haben. Da gab es dann mitunter besorgte Nachfragen nach meinem Alter. Noch konsequenter weitergedacht hat er es zum Glück aber nicht.

Es gibt aber zum Glück auch leichtere Themen.

Nicht nur mein Alter beschäftigt die Jungs, sondern auch ihr eigenes. So können Sie ihr Alter jetzt sagen und mit Fingern zeigen (ein wenig zählen können Sie ja eh), außerdem  kennen sie ihren Geburtsmonat, ihren Nachnamen und ihre ungefähre Adresse – alles nicht unnütz.

Auch die Zukunftspläne gehen weiter. Neben dem ganzen Werkzeug, dass er sich schon mal ausgesucht hat, überraschte Alexander uns mit der Frage, ob er auch eine Axt haben könnte, wenn er groß ist. Die braucht er, erklärte er auf Nachfrage, um Türen und Fenster einzuschlagen! Aha.
Am Ende kam aber raus, dass er das nur in seiner Eigenschaft als Feuerwehrmann machen würde, um Leute retten zu können.

Überhaupt ist Alexanders Leben an manchen Tagen ein ständiger Feuerwehreinsatz. Morgens stand er mal auf und sagte als erstes: „Eigentlich haben wir ja einen Einsatz, aber der David steht überhaupt nicht auf!“ Später bekräftigte er dann: „Wenn David auch da ist, rücken wir aus“.

Da war es umso schöner, dass er am Rande des Urdenbacher Erntedankfests noch mal in einem Feuerwehrauto sitzen durfte. Die Düsseldorfer Feuerwehr war dort mit ein paar Wagen im Einsatz und beteiligte sich auch an Verkehrssperrungen, und die Besatzung freute sich über die Aufmerksamkeit. Alexander durfte dann auch seine erste echte Lautsprecherdurchsage machen und beschallte die ganze Nachbarschaft: „Hallo Papa!“
Für David haben sie dann sogar den Motor angeworfen, was ihm hinter dem Steuer (und mir draußen) dann aber doch ein bisschen unheimlich war.

David hat auch Wünsche für die Zukunft, ein bisschen Werkzeug möchte er auch haben und eine große Leiter, aber am wichtigsten ist ihm, etwas nicht aufgeben zu müssen: „Wenn ich groß bin, kann ich dann meinen Schnuller behalten?“
Die Schnullerfee wird bei uns jedenfalls noch nicht so bald vorbeikommen.

Auch sonst geht das Großwerden momentan eher langsam voran. Schnuller möchten beide noch, wenigstens zum Schlafen und gerne auch mal zwischendurch. Alexander besteht wieder dauerhaft auf Windeln, während David zumindest tagsüber weitestgehend trocken ist. Dafür spielt er aber gerne mal Baby, besteht dann auch darauf, dass man ihn so anredet, und lässt sich gerne herumtragen.

Einen großen Schritt haben die beiden aber vollzogen: die erste Runde auf dem Fahrrad. Nachdem das Laufradfahren immer besser geklappt hat und wir in letzter Zeit sogar den Weg zur Kita ab und zu mit dem Laufrad zurückgelegt hatten, wollten wir einfach mal die nächste Stufe der Mobilität ausprobieren und das Ergebnis war erstaunlich: nach wenigen Minuten Übung konnte Alexander frei fahren, ganz ohne Stützräder. Am nächsten Tag ging dann auch alleine anfahren und – noch mit regelmäßigem Umkippen – auch anhalten. Auch David hat schon am ersten Tag seine erste Runde gedreht, hält sich aber noch etwas bedeckt.

Seit Kurzem das Repertoire an Begründungen und Ausreden hat einen wunderbaren Neuzugang: „Ich habe doch gar keine Zeit!“ Ist auch richtig, der Tag der beiden ist oft recht voll. Seit ein paar Monaten gehen sie noch länger in die Kita und danach immer öfter auch noch mit zu Freunden oder bringen diese mit. Die montägliche Modenschau bei Dana ist genauso ein fester Bestandteil unserer Woche geworden wie der Gegenbesuch am Dienstag, wenn die beiden sie mit ihren handwerklichen Fähigkeiten zu beeindrucken versuchen.

Gespielt wird meistens etwas mit Verkleiden, Ritter, Pirat, Musketier und Bauarbeiter stehen nach wie vor hoch im Kurs, Favorit bleibt aber die Rolle als Feuerwehrmann, wahlweise auch Feuerwehrtaucher. Heute waren sie aber zur Abwechslung mal wieder „zwei kleine Teufel“.

Bald gibt es auch mal wieder neue Fotos, unter anderem David mit seiner „Gentleman-Jacke“.

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