Ein halber Familienausflug

Alexander und ich sind letzte Woche für ein verlängertes Wochenende nach Wuppertal zu meinen Eltern gefahren. Ich bin ja sehr für solche Experimente und glaube, dass die Kinder davon profitieren, mal zumindest einen Elternteil für sich zu haben und auch mal ein paar Tage lang nicht alles teilen müssen.

Außerdem hatte ich die Hoffnung, mal ein paar Tage ohne Streit und Schubsen und Hauen zu haben; das tun die Jungs zwar nicht ständig, aber schon regelmäßig. Der eine möchte oft genau das haben, was der andere hat, oder sie sind einfach übermütig. Verbesserter Gleichgewichtssinn hat inzwischen auch Treten populär gemacht.

Trotzdem war ich auch ein wenig skeptisch, denn Alexander fühlt sich doch immer am wohlsten, wenn alles so ist wie immer. Fremden oder Leuten, die er nicht regelmäßig sieht, gegen über ist er viel zurückhaltender als David und hat dafür am liebsten die unmittelbare Familie immer gerne um sich. Deswegen hatte ich mich auf eine längere Eingewöhnung eingestellt und vorsichtshalber noch ein großes Feuerwehrbilderbuch besorgt, um ihn notfalls ablenken zu können.

Letztlich war meine Sorge unbegründet. Wir waren keine Stunde bei meinen Eltern, da wollte er schon nicht mit zum Einkaufen kommen, sondern bei Oma und Opa (und der Kiste mit Spielzeugautos) bleiben, Papa durfte alle weg. Am nächsten Tag haben wir eine alte Freundin mit einem etwa gleichaltrigen Sohn besucht und die beiden Jungs haben sich prompt verstanden und alleine beschäftigt.

Natürlich hat er oft nach David und seiner Mama gefragt und auch Abends mal kurz gefordert, nach Hause zu fahren, aber insgesamt hat sich das Heimweh wohl in Grenzen gehalten. Im Gegenteil scheint er die Abwechslung ebenso genossen zu haben wie ich. Für ein paar Tage war ich „sein Papa“, aber er wusste auch immer „morgen bist Du wieder unser Papa“. Und das bin ich und das ist auch gut so.

PS: das Feuerwehrbuch gab es natürlich trotzdem, es heißt jetzt (um es von den ganzen anderen Feuerwehrbüchern zu unterscheiden) „das Feuerwehrbuch, dass Du mir bei Oma und Opa geschenkt hast“.

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