Selbst und ständig

Die Kinder werden nächste Woche drei Jahre alt und können immer mehr und alles immer besser. Zum Beispiel alleine auf die Toilette gehen. Klar gibt es noch (täglich) kleinere Unglücke und Missverständnisse bezüglich der richtigen Reihenfolge von erst Bescheid sagen, dann auf die Toilette gehen und dann erst das Geschäft erledigen, aber das braucht hat auch etwas Übung. Mitunter klappt es schon als Antwort auf „Ich muss mal Pipi“ einfach zu sagen: „Dann geh auf die Toilette“ uns das machen sie dann.

Auch die sprachliche Entwicklung schreitet woran. Um beim Toilettenthema zu bleiben: „In der Kita gehe ich auf die Toilette. Und wenn die besetzt ist, gehe ich aufs Töpfchen.“ Am stärksten merkt man die Fortschritte aber beim Spielen. Richtige Rollenspiele werden jetzt absolviert, zum Beispiel beim Arzt (1 Arzt, 1 Patient), bei der Feuerwehr (2 Feuerwehrleute) oder beim Gardinen aufhängen (1 Papa, 1 Ian). Das tun sie zwar schon seit ein paar Monaten, aber die Handlungen werden immer variabler, die Szenarien ausgeklügelter; Der Patient bekommt nicht nur einen Verband, sondern auch ein Gummibärchen. Die Feuerwehrleute haben mindestens drei verschiedene Einsätze, für die sie unterschiedliche Fahrzeuge benutzen. Die Bauarbeiter arbeiten jetzt auch am Dach.

Alexander gibt dabei gerne den Ton an und verteilt die Rollen, ist aber dabei auch mit den passiveren Rollen (z.B. dem Patienten) zufrieden. Er hat sehr genaue Vorstellungen davon, wie Dinge zu erledigen sind und beschwert sich lautstark (bei uns) und manchmal tätlich (bei David), wenn es anders läuft. Die beiden spielen viel zusammen, suchen aber manchmal auch ihre Freiräume und möchten alleine sein oder mal Mama oder Papa für sich alleine haben.

Abends vor dem Einschlafen lesen sie gerne noch ein Buch oder zwei. Nachdem ich ein wenig vorgelesen habe, blättern sie selbstständig und tauschen danach häufig noch die Bücher untereinander aus. Oft schlafen sie jetzt erst nach neun Uhr Abends ein, sind aber morgens meist fit und aktiv. Die Stangen halten sie nicht mehr im Bett, mit ein bisschen Anstrengung geht es oben rüber: manchmal mehrmals am Abend, aber das ist zum Glück eher die Ausnahme.

Ich habe mir vorgenommen, demnächst in der Regel auf den Kinderwagen zu verzichten, wenn ich die Kinder in die Kita bringe. Das ist eh der einzige Weg, für den der Wagen noch benutzt wird, alles andere machen wir ohne. Manchmal tragen wir sie zwischendurch noch zu oft, aber vielleicht bessert sich das ja, wenn wir jeden Tag so einen langen Weg üben.

Alexander würde jetzt sagen: „Oder auch nicht.“

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